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Was ist Fairer Handel?


Der internationale Zusammenschluss des Fairen Handels FINE definiert Fairen Handel als „eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.“

Fairer Handel steht für einen kontrollierten Handel in enger Kooperation zwischen Produzenten aus benachteiligten Ländern und ihren Handelspartnern. Die Preise für fair gehandelte Produkte werden üblicherweise höher als der jeweilige Weltmarktpreis angesetzt, um den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel zu ermöglichen.
Fairer Handel bedeutet aber nicht nur kostendeckende, faire Preise sondern ebenso das Einhalten internationaler Umwelt- und Sozialstandards, die Garantie von langfristigen Handelsbeziehungen, Vorfinanzierung von Projekten sowie Beratung der Kleinbauern und Handwerkern.
Um den Produzenten faire Preise zu garantieren, den Konsumenten jedoch Produkte zu angemessenen Preisen anbieten zu können, wird im Fairen Handel die Anzahl der Zwischenhändler möglichst gering gehalten sowie meist geringer Handelsspannen einkalkuliert.
Damit ein möglichst großer Anteil der Verkaufseinnahmen den Produzenten zugute kommt, wird ebenfalls versucht die Vertriebskosten zu minimieren.
Um Produkte des Fairen Handels für den Verbraucher als solche kenntlich zu machen, werden die Produkte mit Gütesiegeln gekennzeichnet. Das in Deutschland bekannteste Gütesiegel, das FairTrade-Gütesiegel, wird von der internationalen Dachorganisation FLO (Fairtrade Labelling Organization International) vergeben. Dieses Label steht für die Zertifizierung von Produkten und Produzenten und die unabhängige Überprüfung der Einhaltung der Kriterien der FLO-Standards.
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Fairer Handel konkret: Amauta

Als "amauta" bezeichnete man in der inkaischen Gesellschaft Personen, die über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse in verschiedenen Bereichen von Dichtung und Wissenschaft verfügten. Zu den Aufgaben der amauta gehörte auch das Bewahren und die Weitergabe der Geschichte der Inka sowie das Verfassen von Triumpfhymnen und von Dankesgesängen an die Götter. Sie galten auch als oberste Autorität in Fragen der Moral sowie in Bezug auf die philosophischen Prinzipien, die das Leben in der Gesellschaft bestimmten.
Die Organisation AMAUTA in La Paz, dem Regierungssitz Boliviens wurde 1995 von dem Bolivianer Ramiro Robles gegründet.
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AMAUTA entwirft Kleidung aus Alpakawolle, beschäftigt Stricker und Strickerinnen und vertreibt die Alpaka-Kleidung in einem eigenen Geschäft in München sowie über den Weltladen Backnang und über Messen.
Einige der StrickerInnen fertigen die Kleidungsstücke in Hausarbeit. Insgesamt 10 Familien, die ihren Lebensumterhalt durch Stricken verdienen, leben in Pachamama in einer Lebensgemeinschaft im El Alto, eines der ärmsten Gebieten auf 4000m im Norden von Bolivien.
Die dort lebenden Familien waren bisher von starker Armut betroffen und konnten ihr Überleben kaum sichern. Mit Aufnahme in die Lebensgemeinschaft erhielten Sie ein kleines Lehmhaus mit ausreichend Platz für die Familie sowie eine Strickmaschine.
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Neben den Häusern und dem Strickhaus verfügt Pachamama über einen Gemeinschaftsraum, einen Brunnen, einen Garten für den Anbau von Gemüse sowie über eine Kindertagesstätte.
Die Familien leben weitgehend autark und können von ihrem Verdienst gut leben.
Die StrickerInnen werden pro Kilogramm verarbeitete Wolle bezahlt, wobei für besonders komplizierte Muster und Schnitte ein Aufschlag bezahlt wird.
Insbesondere die hervorragende Verarbeitung der Modelle und die oft neuartigen und überraschenden Schnitte und Farben zeigen, dass Strickware nicht gleichbedeutend mit Old Fashion sein muß.